Arbeit

Goethequartier in Sonthofen

Wir freuen uns über den 3. Preis beim eingeladenen Realisierungs- und Ideenwettbewerb Goethestrasse in Sonthofen.

In unserer Entwurfsbeschreibung heißt es:

Nördlich des Stadtzentrums von Sonthofen wurde in der Nachkriegszeit das Quartier Goethestraße errichtet, das geprägt ist von den für die Zeit typischen Zeilenbauten in lockerer, freier Anordnung. Dieses Quartier soll nun nachverdichtet und eine neue Mitte erhalten.

Der Ort bietet ein wohnliches, einladendes und freundliches Wohnumfeld mit viel Potential. Das Erscheinungsbild wirkt homogen und stimmig und eben aus einer bestimmten Zeit, was ja auch eine Qualität ist. Die Grundrisse sind einfach, effizient und praktisch. Gleichzeitig zeigt es jedoch auch Schwächen, die in der städtebaulichen Vorstudie aufgedeckt wurden. Die Beruhigung der Goethestraße, die Verlegung des ruhenden Verkehrs in Tiefgaragen oder Parkhäuser sowie die Nachverdichtung und Präzisierung der weitläufigen Räume durch ergänzende Bebauungen sind die richtigen Strategien, um aus dem Goethequartier ein markantes, stimmiges und attraktives Wohnviertel zu machen.

Da die Bestandshäuser durchgehend bewohnt sind und wie das Quartier selbst gut angenommen und beliebt sind, achtet der Entwurf auf einen möglichst behutsamen städtebaulichen Eingriff. Kein Bestandshaus wird angerührt oder gar abgerissen!
Einzig im Norden wird für einen verbesserten Schallschutz und zugunsten von flächensparendem Bauen direkt an die Stirnseiten der Bestandshäuser angedockt.

Wie bereits vorher beschrieben achtet der Entwurf auf einen sensiblen und behutsamen Umgang mit dem Bestand. Die ergänzenden Neubauten orientieren sich an den Entwurfsgedanken der Vorstudie, jedoch mit kleinen Veränderungen und Anpassungen:

So werden anstatt 3 Punkthäusern entlang der Goethestraße 4 Punkthäuser gesetzt, die sich in ihren Proportionen dafür schlanker und harmonischer in den Bestand einfügen. Die Fugen zwischen Bestand im Süden und neuen Punkthäusern bleiben dadurch möglichst offen und durchlässig. Die Räume sind nicht abgeschlossen, sie bleiben miteinander durch großzügige Sichtverbindungen verbunden. Alle vier südlichen Hofräume erhalten den gleichen räumlichen Abschluss nach Norden, der die Räume rhythmisiert und gliedert.

Die nördliche Schallschutzbebauung dockt direkt an die fensterlosen Stirnseiten der Bestandshäuser an und führt diese jeweils in einem seitlich, schräg abgeknickten neuen Baukörper fort. Jeweils zum nächsten westlich angrenzenden Bestandsgebäude wird eine durchlässige Fuge gelassen, die jeweils nur durch einen Brückenschlag für den Laubengang und mit Schallschutzverglasung überbrückt wird. Dank der sehr durchlässigen offenen Fuge ergibt sich jeweils eine Sichtverbindung vom nördlichen Raum und den Wohnhöfen. Dies belebt den nördlichen Straßenraum genauso wie die dynamischen Rücksprünge im Bereich der Fugen. Jeweils stirnseitig angrenzend an den Bestand liegt ein Treppenhaus.

Typ:   Eingeladener Realisierungswettbewerb
Entscheidung:  24.05.2019
Auszeichnung:  3. Preis
Auslober:   SWW Oberallgäu / Wohnungsbau GmbH, Sonthofen (DE)
Merkmale:   Objektplanung Gebäude / Objektplanung Freianlagen / Stadt-/Gebietsplanung
Preisrichter: Prof. Hans-Peter Hebensperger-Hüther, Prof. Dr. Christina Simon-Philipp (Vorsitz), Prof. Christian Wagner
Mitarbeiter: Bruna Spagnol; Benjamin Jaschke, Dipl. Ing. Arch.; Moritz Brückner, ByAK;  Alexander Arndt, Ba. Arch.; Benedict Heidecker, Dipl. Ing. Univ.; Johannes Schlüter, M.A.Arch.
Zusammenarbeit:  BL9  Landschaftsarchitekten, München